Kunststoff

Kunststoffe werden in den verschiedensten Bereichen eingesetzt und sind eine sehr heterogene Stoffgruppe. Während PET-Getränkeflaschen und leere Plastikflaschen recyclelt werden können, ist das längst nicht bei allen Kunststoffprodukten und –verpackungen der Fall.

Was heute separat gesammelt werden kann und was nicht und weshalb, erklären wir Ihnen auf dieser Seite und auf unseren Faktenblättern zum Thema Kunststoff.

Die Kunststoffsymbole 1-7. Mehr zur Bedeutung in unserem Faktenblatt.

Separatsammlung

Die Rezyklierbarkeit (stoffliche Verwertung) von Kunststoffen bleibt aktuell eine grosse Herausforderung. In der Schweiz werden im Kunststoff-Bereich nur PET-Getränkeflaschen flächendeckend gesammelt und rezykliert. Mehr Infos auf unserer Werststoffseite PET.

Lokal werden teilweise Kunststoff-Sammlungen angeboten, z.B. kostenpflichtige Kunststoff-Sammelsäcke. Da es sich um regionale Initiativen handelt, können wir keine allgemein gültigen Aussagen dazu machen. Bitte wenden Sie sich an den jeweiligen Anbieter.

Wichtig: Wenn Sie unsicher sind, in welche Sammlung der Kunststoff gehört, ist der Hauskehricht immer die beste Lösung. Plastik, welcher nicht in der korrekten Wertstoffsammlung entsorgt wird, stört und verteuert unnötig den Recycling-Prozess.
Weitere Infos dazu auf der BAFU-Website

Separat gesammelt werden:

Weitere Informationen finden Sie auf den jeweiligen Unterseiten.

Kunststoffsammelsäcke

Im Bereich Separatsammlung von Kunststoffen ist aktuell viel Bewegung in der Schweiz spürbar. Immer mehr Gemeinden und Unternehmen lancieren eigene, regionale Projekte und verkaufen Gemischt-Kunststoffsammelsäcke.

Da es sich um regionale Initiativen handelt, können wir keine allgemeingültigen Aussagen dazu machen. Bitte wenden Sie sich an den jeweiligen Anbieter.

Wichtig: Wenn Sie unsicher sind, in welche Sammlung der Kunststoff gehört, ist der Hauskehricht immer die beste Lösung. Plastik, welcher nicht in der korrekten Wertstoffsammlung entsorgt wird, stört und verteuert unnötig den Recycling-Prozess.

Swiss Recycling begrüsst diese Tests und Pilotprojekte, da sie wertvolle Hinweise zur Verwertbarkeit, Sammelmenge und -zusammensetzung etc. bringen. Als nächster Schritt gilt es jedoch, diese Einzel-Initiativen in ein schweizweites Recycling-System zu überführen, damit Synergien realisiert werden können. Diese Synergien erhöhen den Umweltnutzen der Massnahmen und senken gleichzeitig deren Kosten.

Weitere Infos dazu auf der BAFU-Website

Warum gibt es noch kein schweizweites Recyclingsystem für Gemischtsammlungen von Kunststoff?

Es gibt einige Gründe, warum es bis jetzt keine weiteren schweizweiten Sammelsysteme für andere Plastikverpackungen als PET-Getränkeflaschen und Plastikflaschen aus Haushaltungen gibt:

  • Viele davon sind Verbundverpackungen (wie z. B. Fleisch-Verpackungen), die luftdicht sein müssen und daher aus verschiedenen Plastikarten bestehen. Diese können nicht mehr getrennt und daher auch nicht sinnvoll recycelt werden.
  • Es gibt diverse Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit ein stoffliches Recycling und damit eine Separatsammlung ökologisch wie auch ökonomisch sinnvoll sind. Im Ausland werden zwar oft alle Arten von Plastik gesammelt – allerdings werden diese dann zu grossen Teilen thermisch und nicht stofflich verwertet – weil die Kriterien nicht erfüllt sind. In der Schweiz werden nur ausgereifte, pragmatische Lösungen umgesetzt: dies dauert zwar länger, ergibt dann jedoch einen qualitativ höheren Standard.
  • Es ist zusätzlich sehr wichtig, dass das Recycling schon beim Produktedesign integriert wird. Produkteverpackungen sollten so konstruiert werden, dass sie dann auch sinnvoll recycelt werden können.

Design for Recycling als Voraussetzung
Die Rezyklierbarkeit von Verpackungen nimmt glücklicherweise zu. Die EU hat sich bspw. als Ziel gesetzt, dass alle Verpackungen bis 2030 kreislauffähig sind. Analoge politische Vorstösse gibt es auch in der Schweiz (Parl. Initiative 20.433 zur Kreislaufwirtschaft). Die Rezyklierbarkeit ist die Basis und die Voraussetzung für eine sinnvolle Separatsammlung.

Um eine optimale Rezyklierbarkeit von Kunststoff Verpackungen bereits bei der Verpackungs- bzw. Produktentwicklung zu berücksichtigen und sicherzustellen, werden Branchenempfehlungen und spezifische Guidelines für «Design for Recycling» erarbeitet, laufend überarbeitet und so aktuell gehalten. Dies geschieht momentan bei der Drehscheibe Kreislaufwirtschaft und Allianz Design for Recycling Plastics.

Die beiden Organisationen für Firmen- und Branchenpartner bieten als analoge und digitale Plattformen die Möglichkeit, gegenseitige Lernfelder aufzuzeigen und in spezifischen Themen-Plattformen (TP) Guidelines zu entwickeln. Aktuelle Themen und Fragen stellen dabei  beispielsweiseder verträgliche Mengenanteil bei PE-PP-Verbunden, Food vs. Non-Food oder die Substitution von Plastik mit Papier und Karton dar.

Weiter Infos zu «Design for Recycling»

Weiterentwicklung der Separatsammlung: «Sammlung 2025»

Um in der Schweiz vermehrt kreislauffähige Produkte und Verpackungen in den Umlauf zu bringen, haben wir die Drehscheibe Kresilaufwirtschaft gegründet. Gemeinsam mit Partnern der gesamten Wertschöpfungskette sowie Prisma und Allianz Design for Recycling Plastics versuchen wir neue Lösungen zu erarbeiten, damit die Produkte möglichst lange auch im Kreislauf gehalten werden können. Ob Design for Recycling, erweiterte Produzentenverantwortung, Sammlung oder Rezyklat-Einsatz - alle Themen werden behandelt und unterschiedlichste Akteure vom Hersteller über den Detailhändler bis zum Recycler miteinbezogen.

Die vermehrte Rezyklierbarkeit kann nur in konkreten Umweltnutzen umgewandelt werden, wenn auch separat gesammelt und stofflich rezykliert wird. Deshalb nimmt sich der Themenschwerpunkt «Sammlung 2025» den folgenden Fragen an: Was soll in der Schweiz in Zukunft mit welchen Kosten vermehrt verwertet werden? Welcher Nutzen ist damit möglich? Und wie und wo soll diese Wiederverwertung stattfinden? Denn nur mit der Beantwortung dieser Punkte, können wir Kreisläufe vermehrt schliessen.

Kritische Faktoren sind dabei auch eine schweizweite Koordination, die Finanzierung und das hochwertige Recycling (gute Rezyklat-Qualität mit Nachfrage aus dem Markt).
Dabei sind wir auch in engem Kontakt mit dem Bund und der Politik, notabene im Sinne der Umsetzung der Motion von Nationalrat Dobler 20.3695: Die Schweiz soll mehr Plastik rezyklieren und der parlamentarischen Initiative der UREK-N 20.433: Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken.

Mehr Informationen zur Sammlung 2025

Erfahrungs- und Medienberichte

  • Problematik der Gemischtsammlung von Kunststoff:
    Beitrag der Sendung Kassensturz (14.11.2017)

Link zu Kunststoffsammelsäcken

Mit Fokus auf die stoffliche Verwertung werden im Recycling-Sack nur Kunststoff-Flaschen und Getränkekartons gesammelt.

In diesem Magazin-Spezial finden Sie weiteres Wissenswertes zum Thema.

Vorteile des Recyclings

Gesammelter Kunststoff wird zu sogenanntem Regranulat verarbeitet und unter anderem für Kabelschutzrohre und –abdeckungen verwendet. Allerdings muss gerade beim Kunststoff darauf geachtet werden, dass der ökologische wie auch der ökonomische Nutzen vorhanden ist. Viele Verbundstoffe sind – wenn überhaupt – nur unter grossem Energieaufwand zu trennen. Können sie nicht getrennt werden, ist ein Recycling nicht sinnvoll.

Welche Kriterien eine Sammlung erfüllen muss, damit sie Sinn macht, lesen Sie in unserem Faktenblatt zur selektiven Separatsammlung. Zur Seite der Faktenblätter

Swiss Recycling ist bestrebt, die Bevölkerung transparent und kompetent über die Situation des Kunststoffrecyclings zu informieren und bemüht sich, eine einheitliche und flächendeckende Kunststoffseparatsammlung zu etablieren, wo sie ökologisch und ökonomisch Sinn macht.