< Mehr Recycling – weniger Kosten
01.04.2012 09:00 Alter: 8 yrs

Branche mit grosser Zukunft

Recycling schont die Umwelt. Dies ist heutzutage unbestritten und wird durch Ökobilanzen zahlreicher Produkte belegt. Die Recyclingbranche ist aber auch volkswirtschaftlich und politisch-strategisch von Bedeutung. In Zukunft wird sie nicht mehr wegzudenken sein.


Im Verkaufspreis eines Produkts sind alle betriebswirtschaftlich relevanten Kosten enthalten. Die Gesamtkosten für eine Volkswirtschaft liegen aber deutlich höher, als es der aufgedruckte Preis glauben lässt. Grund ist die Vernachlässigung der sogenannten «externen Kosten». Diese umfassen alle finanziellen Belastungen, die ihren Ursprung in den negativen Folgen der Produktion, des Transports, des Konsums oder der Entsorgung eines Produkts haben: beispielsweise reduzierte Landwirtschaftserträge infolge von Klimaschäden oder höhere Gesundheitskosten aufgrund höherer Feinstaubwerte.

Recycling hilft, diese externen Kosten möglichst tief zu halten. Das separate Sammeln, Sortieren und Wiederverwerten von Wertstoffen lohnt sich zwar betriebswirtschaftlich nicht: Das Verbrennen einer Tonne PET in einer Kehrichtverbrennungsanlage (thermische Verwertung) kostet rund 270 Franken, das Rezyklieren jedoch rund 570 Franken. In einer Vollkostenrechnung zeigt sich aber, dass die Wiederverwertung einer Tonne PET im Vergleich zur thermischen Verwertung – dank eingesparter externer Kosten – für die Volkswirtschaft rund 200 Franken billiger ist.

Ausserdem schafft die Recyclingbranche Arbeitsplätze. Das Bundesamt für Statistik beziffert deren Zahl im Jahr 2008 auf 3‘967, indirekt geschaffene Arbeitsplätze nicht mitgerechnet. Die Arbeitsplätze sind zudem sachlich wie räumlich eng mit den Siedlungen sowie Gewerbe- und Industriebetrieben der Schweiz verbunden. Sie können also nicht ins Ausland verlagert werden und bleiben uns langfristig erhalten.