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01.04.2012 07:00 Alter: 7 yrs

Stoffkreisläufe schliessen

Ein effizienterer Umgang mit natürlichen Ressourcen ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen und letztlich Grünen Wirtschaft. Die Menschheit verbraucht deutlich mehr Ressourcen, als die Erde langfristig zur Verfügung stellt. Wenn wir unseren Rohstoffverbrauch nicht reduzieren, droht der ökologische Kollaps.


Doch weltweit ungebremstes Bevölkerungswachstum und wachsender Konsum lassen den Rohstoffverbrauch weiter ansteigen. Den Konsum zu reduzieren steht aber nicht zur Debatte, das würde sich negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken.

Neue industrielle Revolution

Die Lösung dieses Konflikts liegt in einem effizienteren Umgang mit unseren Ressourcen. Einerseits brauchen wir Produktionsmethoden, die die Umwelt weniger belasten. Andererseits müssen wir Abfälle effizienter wieder in den Produktionsprozess einschleusen. Es ist ein Wettrennen zwischen Bevölkerungswachstum und Konsumzunahme auf der einen Seite und dem technologischen Fortschritt auf der anderen Seite.
Wir brauchen eine neue industrielle Revolution, die den Weg ebnet für eine Grüne Wirtschaft.

Weil die natürlichen Ressourcen knapp werden, steigen die Rohstoffpreise. Unternehmen werden sich daher zunehmend gezwungen sehen, ressourcenschonend zu produzieren, um wirtschaftlich rentabel zu bleiben. Wo dieser Automatismus nicht greift, kann der Staat preisliche Signale setzen, welche die Knappheit der Umweltgüter widerspiegeln – z.B. durch
Lenkungsabgaben, steuerliche Anreize oder handelbare Emissionsrechte. Werden die Verursacher für die Kosten der verschiedenen Umweltbeeinträchtigungen zur Kasse gebeten, so handeln sie rein aus finanziellem Eigeninteresse umweltbewusster.

Grüne Technologien

Ökoeffiziente Produktionsweisen verlangen nach neuen Technologien. Die Cleantech-Branche steht deshalb weltweit vor einem riesigen Boom. Schweizer Firmen können künftig eine gewichtige Rolle in diesem Wachstumsmarkt spielen, denn das nötige Know-how
ist dank unserer hervorragenden Forschungsinfrastruktur vorhanden. Die Jobs der Zukunft werden vor allem im Bereich der neuen, grünen Technologien entstehen. Die Voraussetzung dafür ist allerdings entschiedenes Handeln: Informieren, investieren und allenfalls regulieren sind die Schlüsselwörter der sich abzeichnenden grünen Revolution.

Neue Technologien sind auch im Bereich Abfallwirtschaft und Recycling gefragt. Unser Ziel muss sein, möglichst alle Stoffkreisläufe zu schliessen. Wird etwas weggeworfen oder abgerissen, soll es möglichst in seine Einzelbestandteile zerlegt werden, damit wieder etwas Neues daraus entstehen kann. Der Abbau von Primärrohstoffen wird so zunehmend ersetzt durch das «Urban Mining» – die Gewinnung von Sekundärrohstoffen aus Abfällen. Bisher haben wir einzelne, grobe Teile aus dem Abfall sortiert: Glas, Papier, Aludosen, PET Flaschen. Jetzt wird es möglich, selbst aus den Rückständen von Kehrichtverbrennungsanlagen noch kleinste Metallpartikel und andere Wertstoffe zurückzugewinnen. Seltene Metalle können aus Elektronikschrott zurückgewonnen werden.
Auch andere chemische Elemente können heute rezykliert werden. Von besonderer Bedeutung ist Phosphor, ein zentraler Bestandteil von Dünger, ohne den niemals genügend Nahrungsmittel produziert werden könnten, um die weltweite Nachfrage zu decken. Die Phosphor-Lagerstätten sind endlich und die Qualität des Rohphosphats wird schlechter. Phosphor kommt jedoch auch in Lebensmitteln wie Gemüse und Fleisch vor. Neue Technologien machen es möglich, Phosphor aus Klärschlamm und Abwasser zurückzugewinnen, damit er wieder als Dünger verwendet werden kann.
Es entsteht eine Kreislaufwirtschaft.

Nachhaltige Entwicklung und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit bilden keinen Widerspruch. In Zeiten des Rohstoffmangels wird Ökoeffizienz sogar ein Wettbewerbsvorteil sein. Die Förderung einer Grünen Wirtschaft ist im Interesse der ganzen Menschheit, weil nur so langfristig Wohlstand und Lebensqualität erhalten werden können.