< Forschungsprojekt «Texcycle»
20.12.2017 14:09 Alter: 184 days

Kreislaufwirtschaftspaket 2030

Nach fast 18-stündigem Verhandlungsmarathon einigten sich am 18.12.2017 Europäisches Parlament, Kommission und der Rat im sogenannten Abfallpaket.


Die wichtigsten Punkte: 

  • Recyclingziele Siedlungsabfall 55% ab 2025, 60% ab 2030 und 65% ab 2035. 
  • Recyclingziele für Verpackungen 65% ab 2025 und 70% ab 2030 mit spezifischen Zielen für einzelne Fraktionen (Plastik, Holz, Eisenmetalle, Aluminium, Glas, Papier und Karton).
  • Separate Sammlung von biologischen Abfällen ab 2024, Textilien und gefährlichen Haushaltsabfällen ab 2025. 
  • Deponierung von Siedlungsabfall muss bis 2035 auf 10% reduziert werden.
  • Lebensmittelverschwendung sollte um 25% bis 2030 und 50% bis 2030 reduziert werden (unverbindliches Ziel). 

Bis Frühling 2018 werden diese Ziele weiter konkretisiert. So ist man sich einig, dass eine standardisierte Berechnungsmethode für die Recyclingziele gelten soll. 

Quantität vor Qualität? 

Dass die Deponierung unbehandelter Abfälle über 2035 hinaus erlaubt bleibt, ist eine Enttäuschung (dies ist in der Schweiz zurecht seit über 17 Jahren verboten). Auch die Quotenberechnung bleibt ein kritischer Punkt. Die heute zulässige Berechnung mit Sammelquoten sagt wenig über die effektive Industrie-Rückführung und vor allem nichts über die Qualität der Rezyklate aus. Es scheint weiterhin zu gelten: Quantität vor Qualität. Die Vermeidung (siehe letzter Punkt Lebensmittel) bleibt unverbindlich, obwohl hier ein grosser Hebel besteht. Dazu die verschiedenen Zukunftsszenarien im Leistungsbericht 2017 von Swiss Recycling.