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06.11.2019 13:53 Alter: 12 days

Schweiz als Vorbild für Abfallverwertung

Ein aktueller Bericht aus unserem Nachbarland Deutschland. Es geht um Schlacke aus der Verbrennung, den sinnvollen Umgang damit, Vermeidung und die Kreislaufschliessung.


Giftige Folgen: Großteil unseres Mülls wird verbrannt – Schweiz kann Vorbild sein

Zwar ist Deutschland laut Eurostat Spitzenreiter in Sachen Recycling und man nimmt die Trennung von Glas, Papier, Restmüll und recycelbarem Plastikmüll sehr genau — trotzdem setzt man hierzulande im großen Stil auf Müllverbrennung.
Die offizielle Recyclingquote von Hausmüll liegt bei fast 70% "davon wird aber längst nicht alles wiederverwendet", sagt Michael Jedelhauser vom Naturschutzbund (NABU) gegenüber der DW. Die Quote bezieht sich lediglich auf die bei den Recyclinganlagen angelieferte Ware – nicht auf das, was damit passiert.

Deutschland verbrennt mehr Müll als dass es Altes zu Neuem recycelt. Wie das Marktforschungsunternehmen Conversio in einer Studie herausstellt, fließen nur rund 16% des im Hausmüll anfallenden Kunststoffes in neue Produkte. Der Rest wird ins Ausland exportiert oder in Deutschland verbrannt und in Wärmeenergie oder Strom umgewandelt. Verschwunden ist der Müll deshalb noch nicht.

"Luftbelastung durch Abfallverbrennung ist heute bei modernen Anlagen eigentlich kein Thema mehr," sagt der Chemiker und Nachhaltigkeitsberater Dr. Henning Friege. "Müllverbrennung und Gesundheit, diese Probleme sind seit Mitte der 1990er Jahre technisch gelöst."

Was aus den Schornsteinen kommt ist eine Sache, was am Ende der Verbrennung übrigbleibt, eine andere. Jährlich müssen 350.000 Tonnen der giftigen Filterstäube unter hoch Sicherheitsbedingungen in Salzlösungen verflüssigt und dann in einem der Stollen im Bergwerk Bleicherode in Thüringen vergraben werden.

"Wir als Schweizer können nur den Kopf darüber schütteln, dass man das immer noch benutzen darf im Straßenbau", sagt Prof. Rainer Bunge für Erneuerbare Energien und Umwelttechnik von der Hochschule für Technik Rapperswil.

Zwar werden in Deutschland vor der Verwendung der Schlacken als Ersatzbaustoff ein Großteil der Giftstoffe und Schwermetalle zur Wiederverwertung herausgefiltert, ein Rest bleibt aber enthalten. Das Risiko, das sie früher oder später in die Umwelt freigesetzt werden "ist zwar gering, aber es ist da", sagt Bunge.

In der Schweiz verwahrt man alle Reste aus der Müllverbrennung auf abgeschlossenen Deponien, nachdem rund ein drittel mehr Schadstoffe und Metalle als in Deutschland heraus extrahiert wurden. "Was wir machen das ist zwar teurer aber dadurch, dass wir die Metalle rausholen ist der ökologische Nutzen hoch. Die Alternative sie im Straßenbau völlig unkontrolliert einzusetzenden halte ich für sehr bedenklich", so Bunge weiter gegenüber der DW.

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