NEWSLETTER Swiss Recycling - August 2012

Nach dem Erfolg der ersten Ausgabe des Swiss Recycling-MAGAZINs, welches im Mai 2012 erschien, können Sie sich im November wieder über Neuigkeiten in Papierform freuen. Bis dahin möchten wir Sie mit diesem elektronischen NEWSLETTER auf dem Laufenden halten.

Beste Grüsse
Patrik Geisselhardt, für das Swiss Recycling-Team

Folgende Themen werden diskutiert:

Schwerpunkt: Verwertungsquoten 2011
Neuigkeiten: Die Recycling-Branche bündelt ihre Kräfte weiter
Optimierte Sammlung: Wettbewerb Recyclingkalender
Standpunkt: Erste Schweizer Rohstoffquelle - im Gespräch mit Herrn Würmli (PET-Recycling Schweiz)
Schwarzes Brett: Merkblätter - Fakten und Position Swiss Recycling

Schwerpunkt: Verwertungsquoten 2011

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat die Verwertungsquoten für 2011 bekannt gegeben:
Die Getränkeverpackungen liegen deutlich über dessen Zielverordnung. Im Vergleich zum Vorjahr wurden über 7'000 Tonnen mehr elektrische und elektronische Geräte gesammelt und die Veränderung bei der Textilsammlung weisst sogar eine Differenz im fünfstelligen Bereich auf.

Trotz den guten Zahlen können sich die Schweizerinnen und Schweizer nun aber nicht einfach zurücklehnen. Insbesondere bei der Batteriensammlung scheint es noch Potenzial zu geben. Der kleine, aber sehr wertstoffreiche Energieträger soll in Zukunft konsequenter an der Verkaufstelle zurückgegeben werden.
Swiss Recycling wird weiterhin Sensibilisierungsarbeit leisten, denn die Wiederverwertung schont Ressourcen, spart Energie, reduziert die CO2-Belastung und schafft Sekundär-Rohstoffe. Entscheidend dabei ist das richtige Separatsammeln.

 



2011

2010



Fraktion

Quantität

Quote

Quantität

Quote

Veränderung

 Organisation

Glas*

244'733 t

94%

236'733 t

94%

  +

8'000 t

VetroSwiss

Weiss- bzw. Stahlblech

12'400 t

86%

12'600 t

86%

  -

200 t

FERRO Recycling

Aluminiumdosen*

8'000 t

91%

6'900 t

91%

  +

1'100 t

IGORA

PET-Getränkeflaschen*

38'010 t

81%

36'637 t

80%

  +

1'373 t

PET-Recycling Schweiz

Batterien und Akkus

2'374 t

67%

2'365 t

69%

  +

9 t

INOBAT

Elektr(on)ische Geräte

x

125'015 t

x

  +

7'824 t

SENS / SWICO

Leuchten und Leuchtmittel

3'484 t

x

3'170 t

x

  +

314 t

SLRS

Textilien und Schuhe

34'750 t

x

21'600 t

x

  +

  13'150 t

TEXAID

*Menge gemäss Verordnung über Getränkeverpackungen (VGV)

 

Neuigkeiten: Die Recycling-Branche bündelt ihre Kräfte weiter

Swiss Recycling vereint neu alle Schweizer Sammelorganisationen unter einem Dach

Zürich, 10.08.2012 – Die Recycling-Dachorganisation Swiss Recycling erhält Zuwachs: Mit der «Stiftung SENS» (Recycling elektrischer und elektronischer Geräte) sowie der «Stiftung Licht Recycling Schweiz SLRS» (Leuchtmittel und Leuchten) sind neu alle national organisierten Separatsammlung- und Recyclingorganisationen unter einem Dach vereint. Gemeinsam soll das ausgeprägte Bewusstsein für Recycling noch tiefer in der Gesellschaft verankert werden.

«Der Beitritt von SENS und SLRS stärkt einerseits das Recycling», ist Patrik Geisselhardt, Geschäftsführer von Swiss Recycling, überzeugt. «Andererseits wird Swiss Recycling als Kompetenzzentrum in den Bereichen Separatsammlung und Recycling weiter gestärkt. Dies verleiht sowohl unserer Organisation als auch unseren Mitgliedern noch mehr Gewicht im Dialog mit der Bevölkerung und den Gemeinden.»

Der Zusammenschluss im Verein Swiss Recycling ermöglicht es weiter, zahlreiche Synergien zu nutzen. Wie alle anderen Mitglieder profitieren nun auch SENS und SLRS zudem von einem weit verzweigten Kontaktnetz, von einem breiten Know-how in den Bereichen Logistik, Kommunikation und Recycling, während Swiss Recycling auf die über 20-jährige Erfahrung, das umfassende Fachwissen sowie das spezialisierte Netzwerk im Bereich e-Recycling zugreifen kann.

Umwelt und Ressourcen schonen

Der gemeinsame Nenner der Swiss Recycling-Mitglieder ist das separate Sammeln und das fachgerechte Recycling. Erst die Separatsammlung ermöglicht es, Wertstoffe in hoher Reinheit zu recyceln, Schadstoffe umweltgerecht zu entfrachten und dafür zu sorgen, dass Rohstoffe erhalten bleiben und in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern ist auch im Hinblick von abzusehenden Rohstoffverknappungen für die Schweiz von entscheidender Bedeutung.

Stiftung SENS

Die Stiftung SENS ist seit über 20 Jahren der spezialisierte Kooperations- und Finanzierungspartner für ressourceneffizientes Recycling und die fachgerechte Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten mit Fokus auf Haushaltklein- und Haushaltgrossgeräte, Kühlgeräte, Bau-, Garten- und Hobbygeräte, Spielwaren sowie – in Kooperation mit der Stiftung Licht Recycling Schweiz (SLRS) – Leuchten und Leuchtmittel. Dabei arbeitet SENS eng mit auf allen Stufen des e-Recyclings beteiligten Partnern wie Hersteller, Importeure, Handel, Sammelstellen und Recycler zusammen. Auf Basis der Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte (VREG) wird die wettbewerbsgerechte Finanzierung über die vorgezogene Recyclinggebühr (vRG) sichergestellt. Mittels regelmässiger, unabhängiger Kontrollen sowie partnerschaftlichen Gesamtlösungen, wird die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Standards garantiert.
Die 2011 im SENS-System recycelten beeindruckenden 73‘400 Tonnen elektrischer und elektronischer Geräte untermauern das Ziel der SENS, weiterhin entscheidende Massstäbe im nachhaltigen und ressourceneffizienten e-Recycling zu setzen.

Stiftung Licht Recycling Schweiz SLRS

Die SLRS ist eine nicht gewinnorientierte Stiftung und untersteht der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht. Seit 2005 betreibt sie in Zusammenarbeit mit der SENS ein eigenständiges Entsorgungssystem für entsorgungspflichtige Leuchtmittel (z.B. Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren) und Leuchten (z.B. Stehleuchten). Die Finanzierung wird wie bei den übrigen Elektro- und Elektronikgeräten durch die vorgezogene Recyclinggebühr (vRG) sichergestellt. Die Entsorgung erfolgt über die Kanäle der SENS. 2011 wurden auf diese Weise 3‘484 Tonnen ausgediente Leuchtmittel und Leuchten rezykliert und umweltgerecht entsorgt.

Optimierte Sammlung: Wettbewerb Recyclingkalender

An alle Gemeinden: Der 15. Oktober und somit der Einsendeschluss für den Recyclingkalender-Wettbewerb schreitet immer näher. Haben Sie alles zusammen? Profitieren Sie gleichzeitig von nützlichen Tipps und Tricks aus unserem Leitfaden und laden Sie die aktuellen Piktogramme herunter.

Für Swiss Recycling zählt der Recyclingkalender der Gemeinden zu den wichtigsten Kommunikationsmitteln. Er informiert über das lokale Sammelsystem und sensibilisiert die Bevölkerung auf die Wichtigkeit der Rohstofferhaltung, was wiederum ein nachhaltiges Sammelverhalten verstärkt. Kurz: Der Recyclingkalender verfügt über ein Kommunikationspotenzial, das es auszuschöpfen gilt. Aus diesem Grund lanciert Swiss Recycling einen Wettbewerb und prämiert den besten Recyclingkalender.
Präsentieren Sie uns Ihre wirkungsstarke und innovative Umsetzung Ihres Recyclingkalenders und gewinnen Sie die Swiss Recycling-Auszeichnung 2012.

Rahmenbedingungen für den Wettbewerb

15. Oktober 2012
Alle Gemeinden in der Schweiz
Senden Sie sieben Exemplare des zu bewertenden Recyclingkalenders (Ausgabe 2012 oder falls möglich bereits Ausgabe 2013) an:
Swiss Recycling, z.H. Rajah Marbach, Naglerwiesenstrasse 4, 8049 Zürich.
Der Recyclingkalender soll einen hohen informativen Wert bezüglich des lokalen Sammelsystems aufweisen, sowie die Bevölkerung auf das Separatsammeln und Recycling sensibilisieren.
Die Auszeichnung 2012 wird am 8. November 2012 im Rahmen des Swiss Recycling-Forums vergeben.
Auf unserer Webseite finden Sie den Leitfaden zum Recyclingkalender, Recyclingkalender-Beispiele von verschiedenen Gemeinden, fundierte Informationen zu den Wertstoffen sowie die aktuellen Piktogramme.
Für Fragen steht Ihnen Frau Rajah Marbach gerne zur Verfügung.
Kontakt : 044 342 20 00, rajah.marbach(at)swissrecycling.ch

Standpunkt: Erste Schweizer Rohstoffquelle

Im Gespräch mit Jean-Claude Würmli, stellvertretender Geschäftsführer von PET-Recycling Schweiz.

Schweizer sind Weltspitze im Rezyklieren. Auch beim PET. Früher bloss Abfall, sind die alten Plastikflaschen mittlerweile ein begehrter Rohstoff. Das hat auch das Ausland gemerkt und will an unsere alten Flaschen.

Jean-Claude Würmli, früher war altes PET Müll, heute ist es ein begehrter Rohstoff. Fand ein eigentlicher Paradigmenwechsel statt?
Richtig, die Industrie musste zuerst Vertrauen in dieses neue Material bekommen — und Erfahrungen damit sammeln. Man darf nicht vergessen: Wir sprechen von technisch höchst anspruchsvollen Prozessen. Recycling-PET ist heute ein High-End-Produkt. Zusätzlich ist es umweltfreundlicher und sogar günstiger als Neumaterial.

Und so beliebt, dass ein Teil des gesammelten PET ins Ausland verschwindet?
Ja, denn inzwischen wollen ganze Industrien diesen Rohstoff, vor allem in stark wachsenden Volkswirtschaften.

Warum ist das ein Problem?
Erstens ist der Transport nicht umweltfreundlich und zweitens die Schweiz arm an Rohstoffen. Es macht keinen Sinn, altes PET zu exportieren, um den rezyklierten Rohstoff für teures Geld wieder zu importieren. Mit Recycling-PET haben wir quasi die erste innerschweizerische Rohstoffquelle in der Grössenordnung von 35'000 Tonnen pro Jahr. Zudem ist es ein finanzielles Problem. Uns fehlt das exportierte Material.

… das Ihre Organisation nicht selber weiterverkaufen kann.
Genau. Das schmälert unsere Einnahmen. Wir verkaufen die Flaschen an private Firmen in der Schweiz zur Weiterverarbeitung. Dieser Ertrag fliesst in die Finanzierung des Sammelsystems. Allerdings deckt der Materialerlös nur etwa 30 Prozent der Kosten. Die anderen 70 Prozent finanzieren die Konsumenten über einen vorgezogenen Recycling-Beitrag (vRB) von 1,8 Rappen pro Flasche. Im schlimmsten Fall müssten wir diesen Beitrag wieder erhöhen.
Früher zahlten wir Konsumenten vier Rappen vRB pro Flasche.

Warum konnten Sie den Beitrag senken?
Am Anfang betrug er sogar zehn Rappen. In den letzten Jahren wurde das Recycling aber immer effizienter und damit günstiger. Ungefähr seit 2003 hat das Material effektiv einen Wert.

Warum verkaufen Sie das PET nicht selber ins Ausland, wenn es dort mehr Geld gibt?
Es bringt nichts, wenn wir etwas mehr Geld einnehmen, die hiesigen Industrien dagegen viel mehr Rohstoff teuer einkaufen müssen. Vor allem die Getränkeindustrie. Schon heute sind neue PET-Flaschen zu 35 Prozent aus Rezyklat.

Quelle: Migros-Magazin 16.7.2012

Schwarzes Brett: Merkblätter - Fakten und Position Swiss Recycling

Passend zu dem obenstehenden Thema finden Sie hier die von Swiss Recycling erarbeitete Merkblätterreihe "Fakten und Position Swiss Recycling".

Swiss Recycling

Swiss Recycling fördert als Dachorganisation die Interessen aller in der Separatsammlung tätigen Recycling-Organisationen in der Schweiz. Die Vernetzung ermöglicht den Erfahrungsaustausch unter den Vereinsmitgliedern und die Realisierung von Synergien.

Die eigenständige Non-Profit-Organisation Swiss Recycling ist eine kompetente Ansprechpartnerin in allen Fragen zum Thema Recycling für sämtliche Anspruchsgruppen wie Bevölkerung, Sammelstellen, Schulen, Behörden, Politik und Wirtschaft.
Swiss Recycling sensibilisiert durch Kommunikationsarbeit für das Recycling. Die Wiederverwertung schont Ressourcen, spart Energie, reduziert die CO2-Belastung und schafft Sekundär-Rohstoffe. Entscheidend dabei ist das richtige Separatsammeln.

Swiss Recycling - Damit Recycling Rund läuft.

Dem Verein Swiss Recycling können alle Recycling-Organisationen angehören, die gesamtschweizerisch in der Separatsammlung tätig sind. Derzeitige Mitglieder sind folgende Organisationen:
•    FERRO Recycling (Konservendosen und Stahlblech)
•    IGORA-Genossenschaft (Aluminiumverpackungen)
•    INOBAT (Batterien)
•    PET-Recycling Schweiz (PET-Getränkeflaschen)
•    Stiftung SENS (elektrische und elektronische Haushaltklein- und Haushaltgrossgeräte)
•    Stiftung Licht Recycling Schweiz SLRS (Leuchtmittel und Leuchten)
•    SWICO Recycling (Büro-, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation) 
•    TEXAID Textilverwertungs-AG (Textilien und Schuhe)
•    VetroSwiss (Verpackungsglas)

Der Zusammenschluss zum Verein Swiss Recycling bietet den Mitgliedern die Möglichkeit, gemeinsame Ziele und Anliegen nach aussen zu vertreten sowie Kommunikationsmassnahmen zu koordinieren. Seine Hauptaufgabe besteht darin, für das Recycling zu sensibilisieren und über das richtige Trennen und Sammeln zu informieren.

Swiss Recycling
Naglerwiesenstrasse 4
8049 Zürich

Tel. +41 (0)44 342 20 00
Fax +41 (0)44 342 29 55
info(at)swissrecycling.ch
www.swissrecycling.ch