NEWSLETTER Swiss Recycling - Februar 2013

Nebst unserem Magazin hält Sie unser digitale Neuigkeiten-Rundschreiben zu den wichtigsten Recycling-Themen auf dem Laufenden.

Beste Grüsse
Patrik Geisselhardt, für das Swiss Recycling-Team

Swiss Recycling

Folgende Themen werden diskutiert:

Schwerpunkt: Detailhändler nehmen ihre Pflicht wahr und entlasten Gemeinden
Neuigkeiten: "Ich trenne."-Plakate gratis bestellen!
Optimierte Sammlung: Swiss Recycling-Check-Up
Standpunkt: Flaschenpost 2013
Schwarzes Brett: Warum mit TEXAID sammeln?

Schwerpunkt: Detailhändler nehmen ihre Pflicht wahr und entlasten Gemeinden

PET-Recycling Schweiz hat mit einer Informationskampagne im Tessin und in der Westschweiz auf die PET-Sammelstellen im Detailhandel aufmerksam gemacht, um die Gemeindesammelstellen zu entlasten. Die ersten Ergebnisse stimmen zuversichtlich.

Die Schweiz gehört zu den wenigen Ländern weltweit, in denen es möglich ist, die leeren PET-Getränkeflaschen sowohl an den öffentlichen Sammelstellen der Gemeinden / Städte als auch im Detailhandel zurückzugeben. Diese duale Sammlung funktioniert in allen Landesteilen und ist ein wesentlicher Grund dafür, dass heute mehr als 8 von 10 PET-Getränkeflaschen wiederverwertet werden.

 

Während der Informationskampagne kamen 1 Million mehr PET-Getränkeflaschen über den Detailhandel zurück. Gleichzeitig wurden die öffentlichen Sammelstellen um knapp 600 000 Flaschen entlastet.

Damit ein Recyclingsystem erfolgreich ist, reicht jedoch eine hohe Verwertungsquote nicht aus. Das System muss auch wirtschaftlichen Kriterien standhalten. Das PET-Recyclingsystem schneidet diesbezüglich immer noch sehr gut ab, trotzdem gibt es Grund zur Sorge: Obwohl es immer mehr PET-Sammelstellen gibt, steigt die PET-Sammelmenge im Verhältnis zur Sammelstellenzahl viel weniger stark an. Stattdessen verschieben sich die Mengen einseitig von den verpflichteten Sammelstellen im Detailhandel hin zu den freiwilligen Sammelstellen der Städte und Gemeinden. Die Belastung für die Gemeinden wird immer grösser, während die bestehende Sammelinfrastruktur des Detailhandels nicht voll ausgelastet werden kann. Das wirkt sich negativ auf die Kosteneffizienz aus.

Besonders in der Westschweiz und im Tessin ist der Service public-Anspruch hoch. Entsprechend mehr Gemeinden und Städte bewirtschaften selbst öffentliche PET-Sammelstellen: rund 50 Prozent der Flaschen werden über die Gemeinden entsorgt, nur 25 Prozent über den Detailhandel. Die restlichen 25 Prozent entfallen auf andere freiwillige Sammelstellen (Sportanlagen, Schulen oder Unternehmen).

Informationskampagne soll Gemeinden entlasten

Die landesweite Einführung der verursachergerechten Abfallsackgebühr wird zu einem Anstieg der Recyclingquote führen und damit die Belastung für die öffentlichen Sammelstellen zusätzlich erhöhen. PET-Recycling Schweiz hat deshalb im November 2012 eine Informationskampagne für das Tessin und für die Westschweiz lanciert. Die Bevölkerung wird dabei ermuntert, ihre PET-Getränkeflaschen öfters über den Detailhandel zu entsorgen, um so die Balance des dualen Sammelsystems wieder herzustellen. Es wird nicht möglich sein, eine grundlegende Änderung beim Entsorgungsverhalten zu erzielen. Das ist auch nicht das Ziel, denn jeder entscheidet schlussendlich selbst, welche Entsorgungsvariante für ihn oder sie die beste ist.

Glückliche Gewinner von Lausanne bis Lugano

PET-Recycling Schweiz hat die Informationskampagne mit einem Wettbewerb kombiniert, um die Aufmerksamkeit für das Thema zu erhöhen und um einen Anreiz für die Entsorgung im Detailhandel zu schaffen. Die Wettbewerbsteilnehmenden mussten lediglich eine PET-Getränkeflasche mit der Adresse beschriften und die Flasche in einen gewöhnlichen blau-gelben PET-Sammelbehälter eines Detailhändlers werfen. Gewinner von Lugano bis Lausanne durften sich über insgesamt 90 Einkaufsgutscheine im Wert von je 200 Franken freuen. Der Hauptpreis, ein neuer «VW eco up», wird dann am Ende der 2. Kampagne im April 2013 verlost.

Erste Resultate stimmen zuversichtlich

Während der Informationskampagne im November und im Folgemonat Dezember ist die Tessiner und Westschweizer Sammelmenge, im Vergleich zum Vorjahr 2011, um insgesamt 2 Prozent gestiegen. Einzige Ausnahme ist der Kanton Neuenburg: Wegen der kürzlich eingeführten Abfallsackgebühr ist die PET-Sammelmenge sogar um 30 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen ausgedrückt konnte der Detailhandel ein Plus von über 1 Million PET-Getränkeflaschen verzeichnen, während die Sammelstellen der Tessiner und Westschweizer Gemeinden gleichzeitig um knapp 600 000 Flaschen entlastet wurden.

Obwohl diese Resultate zuversichtlich stimmen und zeigen, dass diese Entsorgungsalternativen durchaus willkommen sind, ist die Mengenverteilung immer noch zu unausgeglichen. PET-Recycling Schweiz wird deshalb im April 2013 eine 2. Kampagne lancieren.

Geplant ist ebenfalls ein Informationsschreiben inkl. Wettbewerb. Neu werden zusätzlich Plakate rund um die Detailhandelsstandorte geschaltet und als besonderes Dankeschön und Anreiz erhalten die Konsumentinnen und Konsumenten eine praktische PET-Tasche, mit der sie die leeren Flaschen zum Verkaufsgeschäfte transportieren und danach die gleiche Tasche für die gekauften Lebensmittel verwenden können.

 

Neuigkeiten: "Ich trenne."-Plakate gratis bestellen!

Im Oktober 2012 startete die schweizweite Sensibilisierungskampagne „Ich trenne.“ von Swiss Recycling und seinen Mitgliedern. Diese bringt der Bevölkerung das Thema Recycling näher und motiviert zum Mitmachen.

Während zweimal zwei Wochen werden sich dieses Jahr prominente Persönlichkeiten über einen schweizweiten Plakataushang wieder zur Separatsammlung bekennen. Neben einer inhaltlichen Weiterentwicklung der Kampagne und fünf hinzu gekommenen prominenten Bekennern, haben Schweizer Gemeinden bis 8. März 2013 die Möglichkeit, bei Swiss Recycling kostenlos Plakate für den eigenen Aushang zu bestellen.

Die drei sympathischen Schweizer Erfolgs-Sportler/-innen Lara Gut, Tom Lüthi und Simone Niggli-Luder, welche sich bei der ersten Kampagnen-Welle als Separatsammler outeten, kamen bei der Bevölkerung ausserordentlich gut an. Weitere Plakatsujets mit den beliebten Sportlern sind bereits in Bearbeitung. Erfreulicherweise hat sich der Kreis der sich bekennenden Prominenten mittlerweile um beinahe das Dreifache vergrössert. Aus der Musikbranche begrüssen wir herzlichst Luca Hänni - der letztjährige Gewinner der Gesangs-Castingshow Deutschland sucht den Superstar. Neu sind auch die MusicStar-Siegerin Fabienne Louves und die Berner Hip-Hopperin Stefanie Peters, besser bekannt als Steff la Cheffe, mit dabei. Die als Model und Schauspielerin international erfolgreiche Nadine Strittmatter, welche sich über die Stiftung „myclimate“ bereits für die Umwelt einsetzt, bekennt sich nun ebenfalls zur Separatsammlung. Überaus erfreut sind wir zudem auch über die Teilnahme des Wissenschaftlers und Abenteurers Bertrand Piccard.

Die Kampagnen-Plakate sehen nicht nur gut aus, sie sprechen durch den Ausbau des Bekenner-Kreises nun zudem noch mehr Leute an. Swiss Recycling bietet Schweizer Gemeinden bis 8. März 2013 die Möglichkeit, ausgewählte Plakate kostenlos zu bestellen. Über den folgenden Link gelangen Sie zur Plakate-Übersicht und Bestellmaske. Plakateübersicht

 

Optimierte Sammlung: Swiss Recycling-Check-Up

Das Jahr 2012 hat gezeigt, dass sich das Konzept des Swiss Recycling-Check-Ups bewährt. Knapp 100-mal wurde Swiss Recycling letztes Jahr von Schweizer Gemeinden angefragt, einen Recycling-Check-Up durchzuführen.

Der Recycling-Check-Up bietet Gemeinden die Chance, ihr Sammelsystem zu optimieren und dabei sowohl Kosten einzusparen als auch ökologische Verbesserungen zu erreichen. Bei einem Besuch vor Ort macht sich Swiss Recycling ein Bild über die lokalen Gegebenheiten. Zusammen mit den zuständigen Personen wird eruiert, in welchen Bereichen Verbesserungspotenzial liegt, um dann den Auftrag individuell anzupassen. Anhand einer detaillierten Analyse der Kostenabrechnungen wird zum Beispiel geprüft, ob die Gemeinde für die Logistik und Entsorgung nicht zu viel bezahlt sowie ob die Entschädigungen für die gesammelten Wertstoffe aktuell sind.


Swiss Recycling hat das Angebot des Recycling-Check-Ups mit einem Baukastensystem erweitert, welches neben den Gemeinden auch Schulen, Spitälern oder Bürokomplexen die Möglichkeit bietet, spezifische Fragen vertieft zu behandeln und auf spezielle Bedürfnisse einzugehen – seien es bauliche Anpassungen, Beschriftungskonzepte oder die Optimierung der Palette der gesammelten Fraktionen.


Dieses Baukastensystem findet grossen Anklang. Im vergangenen Jahr wurde insbesondere vom Angebot, den Bau bzw. die Renovationen einer Hauptsammelstelle zu begleiten, Gebrauch gemacht. Swiss Recycling konnte bei diversen Projekten stets wertvolle und kompetente Unterstützung leisten.

Standpunkt: Flaschenpost 2013 – jetzt bestellen

Anfang Februar ist die neue Flaschenpost von VetroSwiss erschienen.

Lesen Sie darin, welche Argumente gegen die Einführung eines Pflichtpfands auf Getränkeverpackungen sprechen, was der Zoll mit dem Glasrecycling zu tun hat oder wie sich die aktuelle Lage im Glasmarkt präsentiert.

Sie können die Publikation auf der Webseite von VetroSwiss als PDF herunterladen oder gedruckte Exemplare kostenlos bestellen.

Schwarzes Brett: Warum mit TEXAID sammeln?

• Neben marktüblichen Abnahmepreisen für die gesammelte Ware, werden den Hilfswerken und Basisgruppen Gewinne auch nach der Reservebildung und einer vertraglich beschränkten Dividende in Form von Nachvergütungen ausbezahlt.

• Als einziges Sammelunternehmen sortiert TEXAID etwa 65 Prozent der gesammelten Altkleider und Schuhe in der Schweiz. Durch die Sortierung verdient TEXAID im Vergleich zur Schweizer Konkurrenz weniger - dafür wird eine ökologischere und bedürfnisgerechtere Verwertung der Altkleider sichergestellt.

• Durch die eigenen Sortierwerke schafft TEXAID neue Arbeitsplätze und vermeidet durch das Sortieren den Export von Abfällen und nicht brauchbaren Textilien. Insgesamt sind bei der TEXAID rund 120 Personen fest angestellt.

• Unsere Hilfswerke sind Aktionäre der TEXAID und geben nicht nur ihren Namen, sondern sind durch ihre Beschäftigungsprojekte und Basisgruppen, die für TEXAID sammeln, aktiv im operativen Geschäft eingebunden. Was TEXAID erwirtschaftet, fliesst in die Kassen der Hilfswerke – da diese gleichzeitig Aktionäre der TEXAID Textilverwertungs-AG sind, tragen sie das unternehmerische Risiko mit. Weiter übernehmen unsere Hilfswerke auch einen Teil der gesammelten Kleider für ihre Hilfsprojekte. Im Gegensatz zur Konkurrenz wirkt also die Kleiderspende bei TEXAID gleich vierfach: Sie bietet Kleider für kleine Budgets, entlastet die Umwelt, schafft Arbeitsplätze und unterstützt direkt sechs schweizerische Hilfswerke und ihre Basisgruppen.

• TEXAID veröffentlicht als einziges Unternehmen in dieser Branche Jahresergebnisse und wird durch eine unabhängige Treuhandgesellschaft (Visura) kontrolliert.

• TEXAID trägt zur Beruhigung im Sammelwesen der Schweiz bei: Die «Koordinationsstelle der Textil-Strassensammlungen in der Schweiz», der alle drei grossen Textilsammelorganisationen angehören, wurde von der TEXAID initiiert und wird von ihr betrieben. Die Stelle koordiniert die Strassensammlungen und vereinfacht das Bewilligungsverfahren für die Gemeinden, indem nur noch ein gemeinsames Bewilligungsgesuch gestellt wird.

• TEXAID ist unter anderem Mitglied des Vereins Swiss Recycling, der Aufklärungsarbeit an Schulen leistet, Gemeinden bei der Separatsammlung berät und die Öffentlichkeit über das separate und richtige Sammeln und Wiederverwerten von Wertstoffen informiert sowie darauf sensibilisert.

Swiss Recycling

Swiss Recycling fördert als Dachorganisation die Interessen aller in der Separatsammlung tätigen Recycling-Organisationen in der Schweiz. Die Vernetzung ermöglicht den Erfahrungsaustausch unter den Vereinsmitgliedern und die Realisierung von Synergien.

Die eigenständige Non-Profit-Organisation Swiss Recycling ist eine kompetente Ansprechpartnerin in allen Fragen zum Thema Recycling für sämtliche Anspruchsgruppen wie Bevölkerung, Sammelstellen, Schulen, Behörden, Politik und Wirtschaft.
Swiss Recycling sensibilisiert durch Kommunikationsarbeit für das Recycling. Die Wiederverwertung schont Ressourcen, spart Energie, reduziert die CO2-Belastung und schafft Sekundär-Rohstoffe. Entscheidend dabei ist das richtige Separatsammeln.

Swiss Recycling - Damit Recycling Rund läuft.

Dem Verein Swiss Recycling können alle Recycling-Organisationen angehören, die gesamtschweizerisch in der Separatsammlung tätig sind. Derzeitige Mitglieder sind folgende Organisationen:
•    FERRO Recycling (Konservendosen und Stahlblech)
•    IGORA-Genossenschaft (Aluminiumverpackungen)
•    INOBAT (Batterien)
•    PET-Recycling Schweiz (PET-Getränkeflaschen)
•    Stiftung SENS (elektrische und elektronische Haushaltklein- und Haushaltgrossgeräte)
•    Stiftung Licht Recycling Schweiz SLRS (Leuchtmittel und Leuchten)
•    SWICO Recycling (Büro-, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation) 
•    TEXAID Textilverwertungs-AG (Textilien und Schuhe)
•    VetroSwiss (Verpackungsglas)

Der Zusammenschluss zum Verein Swiss Recycling bietet den Mitgliedern die Möglichkeit, gemeinsame Ziele und Anliegen nach aussen zu vertreten sowie Kommunikationsmassnahmen zu koordinieren. Seine Hauptaufgabe besteht darin, für das Recycling zu sensibilisieren und über das richtige Trennen und Sammeln zu informieren.

Swiss Recycling
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8049 Zürich

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