Batterien und Akkus

Batterien und Akkus enthalten viele wertvolle Rohstoffe, die wiederverwertet werden können. Auch beinhalten sie einige schädliche Schwermetalle. Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass Batterien und Akkus nicht im Kehricht verschwinden.

Kreislauf

Rückgabe / Sammlung

Die Konsumenten bringen ihre ausgedienten Batterien an eine Verkaufs- oder Gemeindesammelstelle zurück. Bereits beim Kauf der Batterie bezahlt der Konsument eine Vorgezogene Entsorgungsgebühr. Damit werden die Sammlung und die umweltgerechte Entsorgung finanziert.

Lieferung an Batrec

Die Batterien werden zum einzigen Schweizer Batterienrecycler, der Batrec Industrie AG in Wimmis transportiert. Die Batrec Industrie AG hat sich auf die Entsorgung von Sonderabfällen, insbesondere Batterien und Quecksilber, spezialisiert.

Triage

Die Batterien und Akkus werden nach chemischer Zusammensetzung sortiert und Fremdstoffe und Verunreinigungen werden entfernt.

Pyrolyse

Die Batterien werden bei Temperaturen von ca. 700° Celsius pyrolysiert. Dabei verdampfen Wasser und – sofern vorhanden – Quecksilber. Alle organischen Bestandteile (Papier, Plastik, Karton etc.) werden verkohlt.

Abgasreinigung

Die Abgase werden in der Abgasreinigung nasschemisch mit Kreislaufwasser gewaschen und auf 4 Grad Celsius abgekühlt. Die Feststoffe werden ausgewaschen und das Quecksilber kondensiert. Der anfallende Schlamm wird in der Quecksilberdestillation weiter verarbeitet.

Metallgewinnung

Die metallischen Bestandteile werden im Lichtbogenofen bei einer Temperatur von 1500 Grad Celsius geschmolzen. Eisen und auch das Mangan bleiben in der Schmelze und bilden das Ferromangan. Zink verdampft und wird im Zinkkondensator zurückgewonnen.

Abwasseraufbereitung

Die bei der Abgasreinigung anfallenden Abwasser werden filtriert und von Cyanid, Fluorid und Schwermetallen gereinigt. Die Feststoffe werden in die Pyrolyse zurückgeführt und das gereinigte Abwasser wird in die Kanalisation eingeleitet.

Sekundärrohstoffe

Der Recyclingprozess von Batterien und Akkus schützt einerseits die Umwelt vor Schwermetallen und gewährleistet andererseits wichtige Ressourcen für die Industrie: Zink, Ferromangan, Quecksilber.

Separatsammlung

Gesammelt werden:

  • alle gebrauchten Batterien und Akkus (exkl. Fahrzeugbatterien)

Nicht in diese Fraktion gehören:  

  • Fahrzeugbatterien (⇒ zurück zur Verkaufsstelle / Autogarage)

Wo gesammelt wird

Batterien können an alle Verkaufsstellen kostenlos wieder zurückgebracht werden: Detailhandel, Warenhäuser, Post und alle anderen Verkaufsstellen wie Kioske, Tankstellenshops, Foto-, Elektronik- und Mobilkommunikationsgeschäfte . Zudem kommen jedes Jahr zahlreiche Gemeindesammelstellen und private Sammelunternehmen hinzu. Zum Sammeln eignet sich ein sogenannter "Battery Bag", der an der Verkaufs- bzw. Sammelstelle in den entsprechenden Behälter umgeleert werden kann. 

Vorteile des Recyclings

Gebrauchte Batterien gelten aufgrund ihres Schwermetallgehalts als Sonderabfall. Der einzig richtige Entsorgungsweg für Batterien ist die fachgerechte Wiederverwertung. Die gebrauchten Batterien werden nach neustem Stand der Technik zerlegt: Eisen, Mangan und Zink werden in einem hohen Reinheitsgrad zurückgewonnen und Schadstoffe in einer unschädlichen Form zur Entsorgung überführt.
Werden die Batterien nicht richtig entsorgt, können die Schadstoffe auf der Deponie über das Sickerwasser oder über Reststoffe der Kehrichtverbrennungsanlagen in die Umwelt gelangen und diese belasten.
Durch den Recyclingprozess kommen die Ressourcen in Sekundärprodukten wieder zum Einsatz. Gleichzeitig wird die Menge an umweltbelastendem Sonderabfall reduziert.

Dazugehörige Organisation

INOBAT steht für «Interessen-Organisation Batterieentsorgung» und wurde 1991 gegründet. Im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) erhebt, verwaltet und verwendet INOBAT die vorgezogene Entsorgungsgebühr (VEG), welche die KonsumentInnen mit dem Kaufpreis von Batterien und Akkus entrichten. Das übergeordnete Ziel von INOBAT besteht in der Erhöhung der gegenwärtigen Sammelquote von rund 70% auf den vom BAFU vorgegebenen Zielwert von 80%.