Glas

Glas entsteht beim Schmelzen einer Mischung, die unter anderem Quarzsand, Soda und Kalk enthält. Der Vorgang geschieht bei etwa 1500 Grad Celsius und benötigt somit sehr viel Energie. Wird bei der Herstellung von Glas zusätzlich rezykliertes Material verwendet, so kann bis zu einem Viertel dieser Energie eingespart werden.

Kreislauf

Von der Sammelstelle zum Glaswerk

Der Konsument kann in der Schweiz an über 22'000 nach Farben getrennten Glascontainern sein Altglas entsorgen. Die Container werden regelmässig geleert und die Flaschen in 25-Tonnen-Einheiten per Bahn bis zur Aufbereitungsanlage transportiert.

Scherbenaufbereitung

Auf dem Sortierförderband werden Fehlfarben, Porzellan, Keramik und andere Fremdkörper manuell aussortiert.

Glasbrecher

Im Glasbrecher erhalten die Scherben die für den Schmelzprozess optimale Körnung.

Siebrinne

In der Siebrinne werden weitere Fremdmaterialien und Überkorngrössen ausgeschieden. Metall- und Keramikteile werden mittels Magnettrommel, Metall- und Keramikabscheider aussortiert. Papier und andere leichte Materialien werden durch die Absauganlage entfernt. Danach wird das aufbereitete Altglas der Glasproduktion zugeführt.

Schmelzprozess

Bei 1'580 Grad Celsius werden das Altglas und die Sekundärrohstoffe geschmolzen. Der wichtigste Energieträger ist Erdgas.

Formen der Flaschen

Von der kontinuierlich nachfliessenden Glasschmelze werden glühende Glastropfen abgeschnitten und über einer Rinne der Vorform zugeführt. In der Fertigform enthält der Vorformling mittels Druckluft seine definitive Behälterform.

Die Abkühlung

Die fertig geformte und noch rot glühende Flasche wird im Kühlofen langsam abgekühlt, um die Materialspannungen auszugleichen. Durch eine anschliessende Oberflächenbehandlung werden die Glasbehälter zusätzlich von Kratzern geschützt und die Bruchfestigkeit verbessert.

Qualitätskontrolle

Nach Verlassen des Kühlofens werden alle Behälter optisch, mechanisch und elektronisch auf Fehler geprüft. Was nicht Mass hält, wird schonungslos ausgeschieden und in den Schmelzofen zurückgeführt.

Transportverpackungen

Nach der Qualitätsprüfung werden die Glasbehälter voll- automatisch auf Paletten geladen und mit einer Folie über- schrumpft. Die hygienisch verpackten Einheiten gelangen anschliessend an das Fertig- warenlager oder kommen direkt zur Auslieferung an Lebensmittel- und Getränkehersteller.

(Quelle Texte: Vetropack AG)

Separatsammlung 

Gesammelt werden:        

  • sämtliche Flaschen aus Glas, wie Getränke-, Bier-, Wein-, sowie Öl- und Essigflaschen
  • alle Lebensmittelverpackungen aus Glas, die das Glasrecycling Signet aufweisen: 
    Marmelade-, Joghurt- , Gurken-, Gewürzgläser, etc.
     

Bitte beachten:

  • Eine konsequente Trennung nach den Farben Weiss, Grün und Braun ist aus Qualitätserhaltungsgründen von grösster Wichtigkeit.
  • Blaue, rote oder bunte Flaschen gehören in den Grünglascontainer.
  • Gläser bitte ausspülen.
     

Nicht in diese Fraktion gehören:  

  • Metalle, Deckel und sämtliche Fremdstoffe, ausser den Etiketten
  • Trinkgläser, Glasschüsseln und gläserne Gratinformen, Spiegel- und Fensterglas sowie Autoscheiben (⇒ Bauschuttmulde oder Kehricht, da sie eine andere chemische Zusammensetzung als Verpackungsglas aufweisen)
  • Teller, Tassen, Blumenvasen, Keramik, Porzellan und Ton
  • Glühbirnen und andere Leuchtmittel (⇒ siehe Rubrik Leuchtmittel)

Wo gesammelt wird 

In allen Schweizer Gemeinden und Städten gibt es öffentliche Glassammelstellen.

Vorteile des Recyclings

Glas ist für das Recycling wie geschaffen: Heute ist es technisch möglich, eine neue Flasche - ohne Qualitätseinbusse - aus Altglas herzustellen. Um den geforderten Farbton zu erhalten, wird in der Praxis oft "nur" etwa 85% des Altglases pro Flasche eingesetzt.

Ein Teil des Altglases geht in den Export sowie in die Alternativverwertung und wird unter anderem zu hochwertigem Schaumglas verarbeitet, das im Bau verwendet wird.
In allen Fällen gilt: Glas bleibt Glas.

Die Kehrichtverbrennungsanlagen benötigen für ihren Betrieb kein Glas!

Dazugehörige Organisation

Die VetroSwiss ist vom Bund beauftragt, die vorgezogene Entsorgungsgebühr für Getränkeverpackungen (VEG) auf Glas zu erheben und an die Berechtigten auszuzahlen. Die VetroSwiss verfügt über das Know-how, die Infrastruktur und die Lieferantenpartner, um eine effiziente und transparente Umsetzung der VEG sicherzustellen. Sie erreicht eine Recyclingquote von ganzen 94%.