Weiss- bzw. Stahlblech

In der Schweiz sind zwei Arten von Konservendosen im Umlauf: Die einen Dosen bestehen aus reinem Stahlblech, während die anderen aus verzinntem Stahlblech, sogenanntem Weissblech, hergestellt werden. Konservendosen für Lebensmittel sind meist aus Weissblech, denn Zinn verhindert das Rosten und sorgt für Geschmacksneutralität.

Zudem schützt das Stahlblech den Inhalt längerfristig vor Luft, Licht und weiteren äusseren Einflüssen. Durch Hitzeeinwirkung produzierte Nahrungsmittel, die in Konservendosen verpackt sind, können somit energiesparend aufbewahrt werden - d.h. ohne Kühlung, geschmacksneutral und ohne Zusatz von Konservierungsmitteln.

Kreislauf

Einkaufen

Herr und Frau Schweizer verbrauchen pro Jahr durchschnittlich rund 20 Konservendosen.

Trennen

Vor der Sammlung sollten die Dosen flachgedrückt werden. Je flacher die Dose, desto weniger Volumen und damit kostengünstiger und umweltgerechter der Transport.

Sammlung

Verpackungen aus Stahl- und Weissblech werden in Gemeindesammelstellen, teilweise auch zusammen mit Aluminiumverpackungen, gesammelt. Zurzeit werden ca. 86 Prozent der in der Schweiz verkauften Konservendosen rezykliert.

Aufbereitung der Rohstoffe

Im nächstgelegenen Aufbereitungszentrum werden die Stahlblech-Dosen von den Aluminiumverpackungen mittels Magnetabscheider getrennt.

Entzinnung

Die getrennten Stahlfraktionen werden anschliessend meistens per Bahn zu Weiterverarbeitung in das Entzinnungswerk Elektrozinn AG in Oberrüti transportiert. Hier werden Stahl und Zinn mittels Elektrolyse voneinander getrennt (mehr dazu im Leistungsbericht, Seite 14).

Zinn

Das abgetrennte Zinn wird nun gepresst oder eingeschmolzen und kann als neuwertiger Rohstoff wieder in der Herstellung (v.a. Löt- und Elektrotechnik) eingesetzt werden.

Schmelzwerk

Die entzinnten Stahldosen werden gewaschen und im Schmelzwerk geschmolzen.

Giessen

Der geschmolzene Stahl wird in Knüppel gegossen und im Walzwerk weiterverarbeitet.

Sekundärrohstoffe

Der zurückgewonnene Stahl wird beispielsweise bei der Herstellung von Bratpfannen, Rohrleitungen, Autoblech, Werkzeugen, Drähten und Nägeln eingesetzt. Ein Teil des zurückgewonnen Stahls findet sich auch wieder in der Konservendose.

Separatsammlung 

Gesammelt werden:

  • Konservendosen (auch lackierte und bedruckte Dosen) und deren Verschlussdeckel aus Weiss- bzw. Stahlblech
  • Blechdeckel von Flaschen, Marmeladegläsern, etc.

Bitte beachten:

  • Das Material sollte so sauber wie möglich sein, d.h. Dosen auswaschen und Etiketten entfernen.
  • Die Dosen kommen nicht in die Altmetallsammlung.

Nicht in diese Fraktion gehören:  

  • Farb-, Lack- und Spraydosen (⇒ Sonderabfall)
  • Pfannen, Schrauben und Ähnliches (⇒ Metallsammlung)
  • Grosse Weissblechstücke und andere Metallteile (⇒ Metallsammlung)

Wo gesammelt wird

In allen Schweizer Gemeinden und Städten wird die Fraktion je nach Sammelsystem separat oder zusammen mit Aluminium gesammelt. Bei letzterer Variante werden die beiden Metalle in einem zweiten Schritt ohne grossen Aufwand mittels Magnetisierung voneinander getrennt. Die Fraktion gehört aber in keinem Fall ins Altmetall.

Vorteile des Recyclings

Beim Recyclingprozess von Weissblech werden die beiden Metalle Stahl und Zinn voneinander getrennt. Da die Schweiz über keine eigenen Eisenerzvorkommen verfügt, handelt es sich beim entzinnten und aufbereiteten Stahl um einen gefragten, hochwertigen Wertstoff, der verglichen mit dem Ausgangsmaterial praktisch gleichwertig ist. In einem zweiten Schritt entstehen dann wieder Dosen oder Sekundärprodukte wie Nägel, Drähte, Werkzeuge, Pfannen, Gefässe, Rohre, Autobleche, etc. Das Zinn wird unter anderem als Lötmittel verwendet.

Der Energieverbrauch sinkt gegenüber der Neuproduktion um 60% und die Luftbelastung wird um 30% reduziert.

In Sache Umweltfreundlichkeit kann jeder etwas beitragen: Werfen Sie nur flachgedrückte Dosen in den Container, denn so können pro Lastwagenfahrt rund dreimal mehr Dosen transportiert werden.

Dazugehörige Organisation

Der Verein Ferro Recycling wurde 1987 gegründet. Ziel war und ist es, das Recycling von Konservendosen zu fördern, um Ressourcen zu erhalten und die Umweltbelastung einzudämmen. Heute landen 86% aller gebrauchten Dosen in einem von 4'000 Sammelcontainern in der Schweiz.